Army of Two sollte eigentlich schon letztes Jahr erscheinen, doch das Spiel hat damals in den ersten Preview-Versionen so schlecht abgeschnitten, dass sich die Entwickler nochmal hinter das Spiel gesetzt haben. Nun ist es im März endlich erschienen, hat sich das warten gelohnt? Ist AoT wirklich die Co-op Offenbarung?
Aggroooo
Das Spiel beginnt in einem Trainigscamp für die beiden Hauptdarsteller Rios und Salem. Dort wird man kurz in die wichtigsten Dinge des Spiels eingeführt, das ist unter anderem die Aggro. Das Spiel setzt eine spezielle KI ein, je mehr man auf die Gegner schiesst, desto mehr Aggro bauen diese auf und desto mehr konzentrieren sich die Gegner auf den Schützen. Während der eine Spieler also die Aggro hält, kann sich der andere Spieler problemlos hinter die Gegner schleichen und diese überraschen. Ein System das nicht nur auf dem Papier gut funktioniert, sondern auch tadellos in der Praxis aufgeht. Wenn man das Tutorial gemeistert hat, geht es auch schon ab nach Somalia. Es geht auch sofort mächtig zur Sache, man ballert, schlägt und sprengt auch gleich zu Beginn zahlreiche Gegner ins Nirvana. Auf dem Schlachtfeld ist, besonders auf den hohen Schwierigkeitsgraden, sehr viel Taktik angesagt. Ohne eine saubere Absprache mit seinem Gegenüber wird man nicht weit kommen. Darum arbeitet man sich langsam aber stetig durch die Feuergefechte, täuscht Gegner und überrascht diese von hinten. Man bemerkt auch sofort die ziemlich gute KI, wenn Gegner getroffen werden verweilen sie nicht etwa an ihrer Position, nein sie wechseln zu einem sicheren Ort. Auch wird immer wieder versucht, die 2-Mann Armee zu umzingeln. Die Gegnervielfalt lässt auch nicht zu Wünschen übrig, bei jedem Schauplatz trifft man auf andere Gegner, diese lassen sich grob in drei Gruppen unterteilen: der Standard Soldat ist mit einem handelsüblichen Sturmgewehr bewaffnet, die Speziellen Soldaten laufen mit Scharfschützengewehren und mit Raketenwerfern herum und dann wären noch die gepanzerten Soldaten, diese sind so gepanzert, dass man sie nur von hinten Angreifen kann. Pro Level gibt es dann auch noch einen Bosskampf gegen einen Terroristen, welcher leider nicht sonderlich schwer und spannend inszeniert ist.
Begrüsst meine kleinen Freunde
Um die unzähligen Gegner in die ewigen Jagdgründe zu befördern, stehen Rios und Salem ein grosses Arsenal an Waffen zur Verfügung. Bei den Ballermännern, stehen Rios und Salem wirklich sehr viele zur Verfügung. Von der einfachen AK47 bis zum grossen Granatwerfer, lässt das Waffen Arsenal von Army of Two wirklich keine Wünsche offen. Von diesen kann man immer drei bei sich tragen: Eine Primärwaffe (Sturmgewehr), eine Sekundärwaffe (MPs, Handfeuerwaffen) und eine spezial Waffe (Raketenwerfer, Scharfschützengewehr). Darüber hinaus kann man jede Waffe noch tunen. Man wechselt Lauf, Magazin oder Kolben aus und baut sich so seine ultimative Waffe. Das ganze auftunen der Waffen ist echt umfangreich geworden und ist auch eine ganz gute Motivation. Damit man diese Waffen kaufen kann, gilt es verschiedene Aufträge zu erfüllen. Mal muss man einen Laptop finden oder einfach einen bestimmten Gegner kalt machen, durch jede erfüllte Aufgabe bekommt man einen Betrag auf sein Konto und das dann für neue Waffen oder Masken ausgeben.
Nicht ohne meinen Kumpel
Nun noch zu einem der wichtigsten Punkte des Spiels, das Co-op Gameplay. Army of Two bietet einfach ein unvergleichliches Co-op Vergnügen. Ohne den Partner geht echt nichts, man muss sich total aufeinander verlassen, sonst liegt man schneller im Dreck als einem Lieb ist. Unter anderem gilt es Räuberleitern zu vollführen oder gemeinsam mit dem Fallschirm durch eine Schlucht gleiten, dort wird der Fallschirm von einem Spieler gesteuert und der andere nimmt mit dem Scharfschützengewehr Gegner aufs Korn. Man kann sich z.B. auch Rücken an Rücken stellen und die Gegner in Slow Motion umnieten, oder aber einer schnappt sich eine Autotür und dient dem anderen als Mobiles Schutzschild. Auch können Rios und Salem jederzeit miteinander interagieren und so z.B. dem anderen ne Kopfnuss verpassen oder eine gemeinsame Jamsession mit Luftgitarre zum Besten geben. Auch ein tolles weiteres Element sind Rios und Salem. Die Kommentare die sie während der Feuergefechte von sich geben, sind einfach nur witzig. Wenn Rios mitten in einem Feuergefecht von Salem gefragt wird, wer sein Lieblingsrapper im Wu-Tang Clan ist, sorgt das einfach für Unterhaltung. Solche Unterhaltungen finden ständig statt und sind eine tolle Auflockerung.
Privatisieren
Storytechnisch ist AoT nicht gerade der Überflieger. Dennoch wird eine durchaus interessante Story rund um die privatisierung des Militärs erzählt. Vieles davon kann man in sehr tollen Renderfilmchen bewundern, natürlich erfährt man auch während den Missionen einige Details. Auch muss ich hier die Deutsche Synchro loben, selten hat ein Spiel mit soviel gut gewählten Sprechern gepunktet. Vom Umfang her ist AoT kein richtiger Brocken, der Story-Modus dauert rund 6 Stunden, die zahlreichen Waffen und das Tuning reizen aber zum erneuten Durchspielen. In diesen 6 Stunden wird man aber ausgezeichnet unterhalten. Die Missionen finden auf der ganzen Welt statt und sind spannend inszeniert. Wenn man von einem explodierenden Flugzeugträger flüchten muss, macht das ganze einfach ungemein viel Spass. Die Technik des Spiels ist auch ganz ansehnlich. Besonders die Models von Rios und Salem sehen einfach nur genial aus, leider schauen die Gegner im Vergleich dann doch deutlich schlechter aus, da wäre mehr Potential drin gewesen. Die Levels sehen sonst ganz gut aus, kein Überflieger aber durchaus solide in der Technik.
Ladehemmung
Leider gibt es in AoT auch einige Schnitzer. Die KI des Buddys in Singleplayer Modus ist ziemlich mässig, aber das Spiel sollte man eh nicht kaufen, wenn man nur am Singleplayer interessiert ist. Stellenweise hat die Gegner KI auch leichte Aussetzer und laufen einem direkt ins Mündungsfeuer. Im Splitscreen wird die Grafik massiv runtergeschraubt und die Übersicht geht leider auch ein bisschen flöten, hier hätte man noch ein bisschen dran schrauben können. Die Steuerung ist leider auch sehr gewöhnungsbedürftig, besonders vorbeilaufende Gegner sind unglaublich schwer zu treffen. Ich empfehle die Empfindlichkeit auf das Maximum zu stellen, so kann man am genausten zielen.
Fazit
Ich habe mir das Spiel relativ spontan gekauft und war angenehm überrascht. Das Spiel macht mit nem Kumpel im Co-op einfach unglaublich Spass. Die Renderfilme sind toll inszeniert und die Synchro kann man ruhig zu einem der Meilensteine in der deutschen Synchronisation zählen. Leider hat das Spiel doch den einen oder anderen Schnitzer und ist auch nicht gerade ein Umfangsmonster. Doch das können die Entwickler bis zum nächsten Teil ausbügeln (und der kommt bestimmt
). Für Leute die mal n richtiges Co-op Spiel haben wollen, kann ich eine bedenkenlose Kaufempfehlung geben. Leute die nur am Singleplayer interessiert sind, können sich das Spiel aber getrost sparen.
Achja, das beste an dem Spiel ist übrigens, dass es ohne Cliffhanger aufhört. Ist mein erster Shooter seit langem, der die Geschichte vernünftig abschliesst, danke EA!
Präsentation: 8.5/10
Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Gameplay: 8/10
8.4/10
(Co-op Wertung)
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